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Hier im Blog schreibt jeder über alles, und alle schreiben über jeden, aber die meisten schreiben über sich. Ich falle also gar nicht auf. Obwohl... Halt, Moment mal - schreiben nicht alle, gerade  w e i l  sie auffallen wollen? Will ich das etwa auch? Bilde ich mir nicht immer ein, mir selbst gut genug zu sein?

Blöde Frage! ist die erste Spontanreaktion. Wenn man etwas mitzuteilen hat, braucht man schließlich jemanden, der es entgegennimmt! Und dem muss man wohl erst mal auffallen. Aber will ich’s nicht vielleicht nur so’n bisschen, nur manchmal, wenn mir mal danach ist, aus der Deckung des Beobachters rauszukommen? Würde ich nicht diese Entscheidung gerne dem Zufall überlassen?

Na gut. Aber jetzt hör' auf zu eiern, Alter - warum willste hier bloggen in deinem methusalemisch hohen Alter?

Im Mai 1992 habe ich mir auf Raten eine Videokamera abgehungert, einen Kämmkordä. Video 8, bald schon technische Steinzeit, aber vorne mit Objektiv. Die habe ich um mich rumgeschwenkt wie ein Wackel-Elvis, ohne Anleitung, ohne Geduld, ohne Konzept. Aus dem Zugfenster habe ich stets punktgenau gefilmt, was kam, wenn die jeweilige Sehenswürdigkeit vorbeigeschossen war. Wusste ja keiner, dass sie kommen würde. Was für Aufnahmen! Wieviel Aufwand für soviel Müll! Und dann habe ich mich umgedreht und festgestellt, dass zwanzig Jahre weg waren. Einfach so. Zappzarapp, Leben weg. Viel länger hatte bei mir selbst der Traum vom Kommunismus nicht gebraucht, um vorbei zu sein. Zwanzig Jahre! Waren die überhaupt dagewesen? War ich in ihnen dagewesen? Den Mittelpunkt in meinem Kopf bildete immer noch so was wie die DDR! Ohne richtige Arbeit, ohne wirkliche Orientierung, mit sehr unterschiedlichem Energielevel vom kurzen Glücksgefühl bis hin zur langen Depression, mit alten Werten, die unter fiesem Dauerbeschuss verblassten, ohne Ersatz zu finden … Um rauszukriegen, ob ich denn nun überhaupt noch gelebt habe nach der DDR oder nicht, könnte man sich also mal diese Filmfetzen anschauen.

5.4.13 15:13
 


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